Ich stelle dieses Jahr vier Chilisorten vor, von mild bis zum aktuellen Schärfeweltrekordhalter. Alle Schritte werden mit Bildern dokumentiert und mit hilfreichen Tipps beschrieben. So sollte jeder mit seinem privaten Chilianbau Erfolg haben.

Angepflanzt werden folgende Sorten:

Carolina Reaper (Schärfe-Weltrekord)

Ciliegia Piccante

Peter Pepper

Lombardo

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Tag 1: 27. Januar 2015

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Ich verwende ein stabiles Zimmergewächshaus von Romberg mit Lüftungsklappen in der Größe 38cm x 24cm x 19cm. Ich gebe die Anzuchterde direkt in die Schale, wobei man sie sehr gut zerbröseln sollte. Sie soll schön locker sein. Nun gibt man Wasser in die Schale bis die Erde gut feucht ist und glättet die Oberfläche. Ich lege nun die Chilisamen direkt auf die Erde in Reihen mit etwas Abstand. Außen auf der Schale kann man die jeweiligen Reihen mit dem Namen der Chilisorte markieren.

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Nun wird trockene und lockere Anzuchterde über die Samen gestreut. Die Schicht sollte ca. 0,5cm dick sein. Ich finde diese Art deutlich einfacher und schneller, als das Prinzip „Ein Samenkorn pro Topf“.

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Jetzt kommt auch schon der Deckel auf die Unterschale, wobei die Lüftungsregler noch zu bleiben. Das Wasser in der Erde verteilt sich recht zügig und sorgt für eine gleichmäßige Feuchtigkeit.
Dieses Jahr verwende ich ein Thermostat von Romberg, das die Temperatur mit Hilfe einer Heizmatte regelt. Zusätzlich kann noch eine Tageslichtlampe angeschlossen werden, die jedoch erst nach dem Keimen benötigt wird. Das Thermostat schaltet die Heizmatte unter dem Gewächshaus regelmäßig an und aus, um die Temperatur im Gewächshaus zu regulieren. Die Steuerung misst die Temepratur mit Hilfe eines Fühlers im Gewächshaus.

Tag 7: 2. Februar 2015

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Nach 6-7 Tagen keimen die ersten Chilis. So sieht der Zwischenstand aus: Lombardo: 4, Peter Pepper: 3, Carolina Reaper: 3, Ciliegia Piccante: 0. Die Samen wurden nicht vorbehandelt, also nicht über Nacht in Wasser oder Tee eingeweicht. Die gleichmäßige Temperatur ist bei den meisten Sorten deutlich wichtiger für den Keimerfolg. Lediglich schwerkeimende Sorten wie z.Bsp. die Urchili Tepin benötigen oft etwas Unterstützung.

Tag 10: 5. Februar 2015

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Mittlerweile sieht es ganz ordentlich aus: Lombardo: 9, Peter Pepper: 9, Carolina Reaper: 6, Ciliegia Piccante: 4 ! Tagsüber wird eine Tageslichtlampe zugeschaltet. Die Zeitsteuerung läuft bequem über den HortiSwitch von Romberg.

Tag 17: 12. Februar 2015
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Die Chilis sind mittlerweile 5cm hoch und bekommen ihr zweites Blattpaar, also ihr erstes richtiges Blattpaar. Die ersten Blätter nennt man Keimblätter oder unechtes Blattpaar. Folgende Keimraten bis heute: Lombardo: 9, Ciliegia Piccante: 5, Carolina Reaper: 8, Peter Pepper: 9. Nur die Ciliegia Piccante will nicht so recht, wobei das auch einfach mal Pech sein kann.

Tag 23: 18. Februar 2015

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Nach ca. 3 Wochen scheinen keine Samen mehr zu keimen, aber manche Sorten können auch mal 4 Wochen benötigen. Bis heute sieht es folgendermaßen aus: Lombardo: 9, Ciliegia Piccante: 6, Carolina Reaper: 8, Peter Pepper: 9 ! Die Pflänzchen sind bis zu 7cm groß und haben teilweise schon ihr 2. echtes Blattpaar (mit Keimblättern 3 Paar). Demnächst können die Pflanzen vereinzelt, also pikiert werden. Auch hierzu gibt es bald einen Bericht im Chili-Blog.

Tag 30: 25. Februar 2015

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Die kleinen Chilipflanzen wurden heute ca. 4 Wochen nach Aussaat pikiert. Pikieren ist der Fachbegriff für das Vereinzeln von Pflanzen, also der Umzug von der Anzuchtschale in einen Zwischentopf. Es muss erst wieder im April/Mai umgepflanzt werden, wenn die Chilis ins Freiland oder in den endgültigen Kübel kommen. Ich verwende viereckige Töpfe 7cm x 7cm, da sie platzsparender als runde sind. Auf das Pikieren selbst gehe ich in diesem Bericht zum Thema Pikieren genauer ein.

Man stellt die Pflanzen nun nicht mehr ganz so warm (15-20 °C genügen), aber sehr hell. Zur Not muss eine Wachstumslampe verwendet werden. Bei mir stehen die Pflanzen in einem ungenutzten Raum unter dem Dach, direkt unter dem Dachfenster. Dort überwintern auch einige Chilipflanzen aus der Saison 2014. Durch das Umpflanzen und den Temperaturschock (Gießwasser war sehr kalt) lassen einige Pflanzen die Köpfe hängen, aber die erholen sich meist recht schnell wieder. Die restlichen Pflanzen werden verschenkt oder sonst wie untergebracht. Das Entsorgen fällt mir auch nach vielen Jahren schwer. Überzählige Pflanzen verwende ich gerne für Anbauversuche im Freiland.

Tag 130: 5. Juni 2015

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Sorry für die große zeitliche Lücke, aber nun kommen wieder regelmäßige Updates. Die Carolina Reaper entwickelt sich prächtig und benötigt nun hauptsächlich viel Sonne und Wärme.

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Die Peter Pepper (Penis Chili) Chilipflanze ist bereits 35cm groß und bildet schöne Blüten aus.

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Hier entwickelt sich eine kleine Penis-Chili aus einer Blüte. Die typische Form entwickeln meist nur 2-3 Schoten pro Pflanze. Mal sehen was da noch kommt.

Ich stelle in regelmäßigen Abständen Updates ein.

Artikelbild: © Klaus Eppele – Fotolia